Kirchensteuer

Automatisiertes Kirchensteuerverfahren

Darum geht es

Ab dem 01. Januar 2015 wird Kirchensteuer auf abgeltungssteuerpflichtige Kapitalerträge (z. B. Zinsen) grundsätzlich automatisch einbehalten und an die Religionsgemeinschaften abgeführt, die Kirchensteuer erheben.

Zur Vorbereitung des Kirchensteuerabzugs sind wir gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) Ihr sogenanntes "Kirchensteuerabzugsmerkmal" (KiStAM) abzufragen, erstmalig zwischen dem 01. September und 31. Oktober 2014. Das KiStAM nennt Ihre Zugehörigkeit zu einer Kirchengemeinschaft und den Kirchensteuersatz. Wenn Sie mit der Abfrage Ihres KiStAM einverstanden sind, brauchen Sie bezüglich Ihrer Kirchensteuern auf Abgeltungssteuer nichts zu unternehmen.

Datenabruf widersprechen

Sie haben jedoch ein Widerspruchsrecht: Sofern Sie die Kirchensteuer nicht von uns, sondern von dem für Sie zuständigen Finanzamt erheben lassen möchten, können Sie der Übermittlung Ihres KiStAM widersprechen (Sperrvermerk). Die Sperrvermerkserklärung müssen Sie auf einem amtlich vorgeschiebenen Vordruck beim BZSt einreichen. Der Vordruck steht auf www.formulare-bfinv.de unter dem Stichwort "Kirchensteuer" bereit.

Die Sperrvermerkserklärung muss spätestens am 30. Juni 2014 beim BZSt eingehen. In diesem Fall sperrt das BZSt bis zu Ihrem Widerruf die Übermittlung Ihres KiStAM für den aktuellen und alle folgenden Abfragezeiträume (jeweils 01. Setember bis 31. Oktober). Wir werden daraufhin keine Kirchensteuer für Sie abführen. Das BZSt ist gesetzlich verpflichtet, Ihr zuständiges Finanzamt über die Sperre zu informieren. Ihr Finanzamt wird dabei konkret über die Tatsache unserer Anfrage und unsere Anschrift informiert. Das Finanzamt ist gesetzlich gehalten, Sie wegen Ihrer Sperre zur Abgabe einer Kirchensteuererklärung aufzufordern.

Fragen + Antworten

Wer führt die Kirchensteuer auf Kapitalerträge ab?

Bisher wurden Ihre Kapitalertragssteuern (Abgeltungssteuer) und der Solidaritätszuschlag auf Ihre Zinsen, realisierten Kursgewinnen aus Wertpapiergeschäften und Erträgen aus inländischen thesaurierenden Fonds abgeführt. Die Abfuhr Ihrer Kirchensteuer jedoch nicht. Sie sind verpflichtet, dies in der Steuererklärung nachzuholen.

Ab 2015 übernehmen wir das für Sie und führen den Kirchensteueranteil Ihrer Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt ab. Somit ist Ihre Steuerschuld abgegolten und muss nicht mehr in Ihrer Steuererklärung angegeben werden. Sie sparen dadurch viel Zeit und Mühe.

Für wen und welche Daten werden abgefragt?

Das Steuerrecht sieht vor, dass wir beim Bundeszentralamt für Steuern die Kirchensteuermerkmale, d. h. Kirchengemeinden-Zugehörigkeit und Kirchensteuersatz, für alle natürlichen Personen, die Einzelkonten oder Gemeinschaftskonten bei uns haben und in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtigt sind, anfragen.
Wenn beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegt ist, dass Sie keiner kirchensteuererhebenden Glaubensgemeinschaft angehören, führen wir auch keine Kirchensteuer ab.

Was geschieht bei Einzel- oder Gemeinschaftskonten?

Ab 2015 führen wir für alle Ihre Konten und Depots die Kirchensteuer automatisch ab. Dies gilt sowohl für Einzel- als auch für Gemeinschaftskonten mit Ihrem Ehe- oder Lebenspartner. Einen Ausschluss einzelner Konten oder Depots vom automatischen Steuerabzug ist leider nicht möglich.

Wann wird abgefragt und welche Fristen gelten?

Ab 2014 fragen wir jährlich zwischen dem 01. September und dem 31. Oktober Ihre Kirchensteuermerkmale beim Bundeszentralamt für Steuern für das folgende Jahr ab.

Sie haben immer die Möglichkeit der Datenübermittlung zu widersprechen. Hierfür müssen Sie lediglich einen Sperrvermerk beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegen. Dieser Sperrvermerk gilt dann für das aktuelle sowie für alle darauf folgenden Abfragezeiträume, solange bis Sie ihn wieder löschen lassen. Den Widerspruch können Sie jedes Jahr bis spätestens zum 30. Juni einlegen.

Bitte beachten Sie:
Sollten Sie der Datenübermittlung widersprechen, sind Sie verpflichtet die Abfuhr der Kirchensteuer über Ihre Steuererklärung nachzuholen.

Wie hoch ist der Kirchensteuersatz?

Der Kirchensteuersatz beträgt zurzeit 9%, lediglich in Baden-Württemberg und Bayern 8% der Einkommensteuer.

Wie verteilt sich die Steuer bei Ehepartnern/Lebenspartnern?

Die Kirchensteuer wird bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften zu gleichen Teilen (50/50) auf die Partner verteilt. Ist nur ein Ehe-/Lebenspartner kirchensteuerpflichtig, führen wir nur für seinen Ertragsteil die Kirchensteuer ab.

Was passiert bei einem Kirchenaustritt?

Die Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern gilt immer für das Folgejahr. Maßgeblich dafür ist der Stichtag 31. August.

Wie ist das mit der Kirchensteuer bei meinen ausländischen Fonds?

Der automatische Kirchensteuerabzug gilt für alle inlandischen Ertrage, d. h. auch für in Deutschland thesaurierende Fonds. Wir können für im Ausland thesaurierende Fonds keine Kirchensteuer einbehalten. Bitte machen Sie den Abzug für diese Fonds weiterhin über Ihre Steuererklärung.