"Chaos United" keineswegs chaotisch

Das Team um Marklohes Daniel Bergmann gewinnt die Jubiläumsausgabe von "Haßbergen Beach"

Wenn junge Leute richtig auf den Putz hauen, dann tönen sie gern von "Eskalation" und dass sie "den Laden abreißen" möchten, was sie natürlich nicht wirklich tun. Die gute Nachricht: Auch beim Beachsoccerturnier des SC Haßbergen gab es weder bei Mensch noch Material gravierende Schäden, "im Vergleich zu den Vorjahren war es diesmal richtig ruhig", bestätigte André Schöne von der Johanniter-Unfallhilfe - als Rettungsassistent längst Stammgast beim Strandfussballturnier. Wenn überhaupt machte sich Turnier-Moderator Karsten Cyrkel dann und wann Sorgen um ein Spielgerät: "Kinder, lasst die Hüpfburg heile!" Dass hierin quasi die einzige Sorge bei der zweitätigen Veranstaltung bestand, verdeutlicht: Die zehnte Auflage des Turniers ging aalglatt über die Bühne und hinterließ nahezu ausnahmslos fröhliche Gesichter. Das galt besonders für die Sieger: "Chaos United", dieser bunte Mix aus Kreis-Nienburger Spielern, trat alles andere als chaotisch auf und gewann das Finale bei den Männern. Die "Ballköniginnen", primär besetzt mit Spielerinnen vom SV Sebbenhausen/Balge, setzten sich wie im Vorjahr bei den Frauen durch und verteidigten somit den "Volksbank-Cup".

Als der SC Haßbergen im Jahre 2005 erstmals zum Beachsoccer lud, da war Luis Bultmann gerade ein Jahr alt. Heute ist er zehn, talentiert im Fussball und Tischtennis und war am Wochenende als aufmerksamer Balljunge im Einsatz. Und ein Kenner der Szene ist er obendrein, was die teilnehmenden Mannschaften anging. "Die Chillkröten kenne ich. Die kommen immer im Wohnwagen und reisen überall rum und suchen Turniere." Nun, das stimmt zumindest teilweise, in der Vergangenheit übernachteten André Jezek & Co gerne mal im Wohnmobil. Das galt in diesem Fall aber eher für die fröhliche Truppe der "Tigerenten"". Die waren extra aus Aurich angereist und erst im Finale von "Chaos United" zu stoppen - das Team um den Markloher Daniel Bergmann setzte sich mit 9:8 nach Neunmeterschießen durch (3:3 nach regulärer Spielzeit).

Und das durchaus verdient. Siehe zum Beispiel Tim Rieckhof. Der Drakenburger (der zum TuS Sulingen wechselt) avancierte nicht nur zum Topscorer seines Teams, sondern zeigte auf dem Sand auch Dinge, die eigentlich gar nicht gehen. Mit dem Ball am Fuß zu laufen beispielsweise, weil der in jeder Sandkuhle steckenbleibt. Rieckhof scherte es nicht, er schloss so manches Dribbling mit dem erfolgreichen Torschuss ab. Nicht viel schlechter machten das seine Teamkollegen wie Marcel Wind, Sönke Bremermann (beide vom SV BE Steimbke), Jan Kramer-Hoffmann (TuS Drakenburg), Shane Jamieson (RW Estorf) oder Jan Dase (TSV Mühlenfeld).

Fröhlich sahen allerdings nicht nur die Sieger aus, auch alle weiteren Beteiligten verloren den Grundgedanken der Veranstaltung nie aus den Augen: miteinander Spaß zu haben. Niemand überspannte den Bogen mit überzogenem Ehrgeiz, man kennt sich ja und versteht sich. "Haßbergen Beach" ermöglicht zudem immer interessante Teamkonstellationen. Da lief Sascha Pachonik bereits in seinem neuen Steimbker Team "Brigitta Brigade" auf und musste sich im Halbfinale mit seinem künftigen Mitspieler Mirco Theiss von "Chaos United" auseinandersetzen.

Neu im Portfolio des Turniers war der Altherren-Wettbewerb: Der SC Marklohe schnappte sich den erstmals ausgespielten "Finanzhaus Weser-Pokal", auf den Plätzem landeten der gastgebende SC und der SV BE Steimbke; drei weitere Teams hatten kurzfristig abgesagt. "Das war trotzdem eine gute Sache und lässt sich bestimmt noch ausbauen", meinte Karsten Cyrkel.

Spiel um Platz drei, Männer:
TSV Wietzen - "Brigitta Brigade" aus Steimbke 4:3.
Endspiel:
"Tigerenten" aus Aurich - "Chaos United" 8:9 (3:3) nach Neunmeterschießen.

Spiel um Platz drei, Frauen:
SV Wahnebergen - "A Selecao" aus Steimbke 4:2.
Endspiel:
"Ballköniginnen" aus Balge - 1. FC Wunstorf 6:2.

Quelle: Die Harke vom 23. Juni 2014