Der neue 20-Euro-Schein

Den Probelauf bestanden

Der neue 20-Euro-Schein ist am Mittwoch auch im Landkreis Nienburg angekommen. Nach dem neuen Fünfer im Mai 2013 und dem neuen Zehner im September 2014 ist der Zwanziger der dritte Geldschein der nach Einführung des Euro gegen den alten ausgetauscht wird. In erster Linie wegen der Fälschungssicherheit.
Wie Tim Hauschildt, bei der Volksbank in Nienburg für den Bereich Bargeld-Logistik verantwortlich, berichtet, wurde der alte Zwanziger in Deutschland nahezu genauso häufig gefälscht wie der Fünfziger.
Dieser wird als nächstes ausgetauscht. Wann genau steht allerdings noch nicht fest. Bei der Volksbank hat der neue Geldschein den Probelauf bestanden. Die Zählmaschinen funktionieren ebenso einwandfrei wie die Automaten. Gleiches gilt für die städtischen Parkscheinautomaten. Als Aufsichtsratvorsitzender bei den Wirtschaftsbetrieben hatte sich Hauschildt selbstverständlich auch danach erkundigt. Allerdings mit einer Einschränkung: die Tiefgerage "Burgmannshof" wird nicht mehr auf den neuen Schein umgerüstet. Dort soll im kommenden Jahr ohnehin eine neue Technink installiert werden.
Auf die aktuell 15 Geschäftsstellen der Volksbank Nienburg werden die neuen, in Frankreich gedruckten 20-Euro-Scheine in den nächsten Tagen verteilt. Die alten Zwanziger behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.
Hauschildt geht aber davon aus, dass die neuen Scheine die alten schneller vertreiben, als man es sich im Moment vorzustellen mag. "Wegen des Weihnachtsgeschäftes werden die Geldautomaten erfahrungsgemäß noch häufiger aufgesucht als ohnehin schon", so der Bargeld-Logistik-Chef.
Deutschland ist ohnehin sehr bargeldlastig. Noch 2014 haben 53 Prozent aller Privatpersonen lieber in bar als per Karte bezahlt. Auch gibt es in Deutschland keine Bargeld-Obergrenze. Anders als beispielweise in Frankreich oder Italien. Dort dürfen maximal 1000 Euro bar bezahlt werden.
Recherchiert hat Hauschildt außerdem: Noch immer sind Scheine im Wert von 6,1 Milliarden DM und Münzen im Wert von 6,8 Millionen DM im Umlauf. Schwarzgeld, Geld von Verstorbenen, das nie bei den Angehörigen angekommen ist, oder Gespartes , das nach wie vor irgendwo schlummert.

Quelle: Die Harke am Sonntag vom 29. November 2015