Vorstellung archäologischer Funde im Museum

Das Neubaugebiet "Führse-Gärten" an der Wölper Straße war bereits ein Baugebiet lange bevor daran gedacht wurde, dort ein Neubaugebiet auszuweisen. Archäologische Ausgrabungen haben zahlreiche Spuren von Siedlungen ganz verschiedener Epochen zutage gebracht.

Über die Ausgrabungen und die Funde haben sich viele Zuhörer auf Einladung der Volksbank, die das Baugebiet vermarktet hatte, bei einer Vortragsveranstaltung im "Quaet-Faslem-Haus" informiert. Joachim Meye vom Volksbank-Vorstand, der die Vortragsveranstaltung eröffnete, zeigte sich selbst beeindruckt und erklärt: "Ich war selbst überrascht über die zahlreichen Funde".

Darüber berichteten Kommunalarchäologe Dr. Jens Barthold und Klaus Gerken, der als Fachmann für die Grabungen verantwortlich war. Die mehrwöchigen Ausgrabungen erfolgten vor etwa einem Jahr auf einer drei Hektar großen Fläche. Dort, wo jetzt schmucke Neubauten entstehen, haben nach Aussagen von Dr. Berthold bereits vor Jahrtausenden Menschen gewohnt. Bevor dort zuletzt Spargel, Getreide, Mais angebaut wurde, hätten auf den Flächen bereits Menschen gelebt. Spuren dieser Altbewohner fänden sich in den archäologischen Ausgrabungen wieder, erklärte Dr. Berthold anhand von Fotos.

Vermutlich Landwirte, die die Flächen bewirtschafteten, hatten aus Abfallgruben Fundstücke an das Tageslicht befördert. Daraufhin erfolgte die Entscheidung, den Untergrund des heutigen Neubaugebietes näher  zu untersuchen. Bereits Ende 2011 wurden mit einem Bagger erste Sondagen gezogen und der Mutterboden abgetragen. Darin zeigten sich erste Bodenverfärbungen von Gruben, so dass der Entschluss gefasst wurde: "Bevor hier gebaut wird, muss gegraben werden."

Die Volksbank als Eigentümer der Flächen, die Kommunalarchäologie und die Grabungsfirma Gerken verständigten sich auf eine großflächige Ausgrabung. Dabei kamen rund 800 Funde aus ehemaligen Gruben, Pfostenstellungen, Gräben oder Feuerstellen zutage, die sich überwiegend aus Keramikscherben und Haushaltsgefäßen, Mahlsteinfragmenten, Knöpfen, Steinkugeln und mittelalterlichen Keramikgefäßen zusammensetzten. Davon sind einige Exemplare in einer Vitrine im Quaet-Faslem-Haus ausgestellt.

Nach Angaben von Dr. Berthold standen in dem heutigen Neubaugebiet zwei größere Gebäude als Wohn- und Stallhäuser. Das ließen sich auf Spuren in den Böden zurückführen.

Quelle: Blickpunkt vom 15. März 2015